Bildungsinternationale fordert Freilassung von Mohammad Habibi

Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale (Education International), dem Bildungsgewerkschaften aus der ganzen Welt angehören, hat die sofortige und bedingungslose Freilassung des Lehrers Mohammad Habibi gefordert und zu weltweiter Solidarität mit dem politischen Gefangenen und anderen im Iran inhaftierten Lehrern und Gewerkschaftern aufgerufen.

Mohammad Habibi, der dem Vorstand der Teheraner Lehrergewerkschaft angehört, wurde Anfang August von einem Revolutionsgericht in Teheran wegen seines Einsatzes für soziale Gerechtigkeit zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Darüberhinaus wurde er zu 74 Peitschenhieben und einem zweijährigen Ausreiseverbot verurteilt.

Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale ruft zum Einsatz für die Freilassung von Mohammad Habibi auf. Der gewerkschaftlich engagierte Lehrer wurde von einem Revolutionsgericht in Teheran zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Seit über drei Monaten ist der Berufsschullehrer Mohammad Habibi in der Strafanstalt des Bezirks Groß-Teheran inhaftiert. Nach Angaben seiner Familie wurde der Lehrer bei seiner Verhaftung mit Fußtritten und Faustschlägen schwer misshandelt. Er leidet an Schmerzen in der Brust und massiven Nierenbeschwerden und muss dringend außerhalb des Gefängnisses medizinisch versorgt werden. Dies wird jedoch von der Gefängnisleitung nicht zugelassen.
Mohammad Habibi wurde am 3. März in seiner Schule vor den Augen seiner Schüler von Regime-Polizisten misshandelt und verhaftet. Er wurde dann im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert und nach einigen Wochen vorläufig freigelassen. Im Mai wurde er erneut verhaftet, als er in Teheran zusammen mit anderen Lehrern an einer friedlichen Protestdemonstration gegen die Bildungspolitik des Regimes teilnahm.

Der Hintergrund :

der Verfolgung von gewerkschaftlich engagierten Lehrern sind die sich häufenden Proteste von iranischen Lehrern, die sich u.a. gegen Armutslöhne und die Inhaftierung ihrer Kollegen wehren. Das Teheraner Regime erkennt keine unabhängigen Gewerkschaften an und verfolgt ihre Mitglieder.

Mit willkürlichen Inhaftierungen und Bestrafungen versucht das Teheraner Regime, den Einsatz von Lehrern für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit zu verhindern.

Nach Angaben von Menschenrechtlern nimmt im Iran die Verfolgung von Lehrern, die sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen, zu. Davon sind insbesondere Lehrer betroffen, die sich in unabhängigen Lehrergewerkschaften engagieren. Das Teheraner Regime erkennt keine unabhängigen Gewerkschaften an und verfolgt ihre Mitglieder. Hier Beispiele:

Der Lehrer Mahmud Beheschti-Langarudi, ehemaliger Sprecher der Lehrergewerkschaft für die Region Teheran, ist seit September 2017 aufgrund seiner Gewerkschaftsarbeit im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Er wurde in Gerichtsprozessen, die nur wenige Minuten dauerten, zu insgesamt fünf Jahren Haft verurteilt. Er hat schon mehrmals mit Hungerstreiks gegen seine unrechtmäßige Gefangenschaft und die Misshandlung anderer politischer Gefangener protestiert.

Der 35-jährige Lehrer Rouhollah Mardani ist seit dem 17. Februar 2018 im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Anfang Juli wurde der Lehrer zu sechs Jahren Gefängnisstrafe verurteilt, weil er im Januar an friedlichen Bürgerprotesten gegen das Regime teilgenommen hatte. Auch Ruhollah Mardani, der als Lehrer und pädagogischer Berater an verschiedenen Gymnasien tätig war, hat mit mehreren Hungerstreiks gegen seine unrechtmäßige Gefangenschaft protestiert. Sein Gesundheitszustand hat sich erheblich verschlechtert, dennoch wird ihm die notwendige Krankenhausbehandlung verweigert.

Am 25. Juli 2018 wurde in der südiranischen Stadt Bushehr der Lehrer Mohammad Sani zu zwei Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Die Regime-Justiz wirft ihm „Gefährdung der Staatssicherheit“ vor, weil er im Jahre 2015 an friedlichen Protestkundgebungen von teilgenommen hat.