Weiteres Todesurteil wegen Meinungsäußerung!

Das Teheraner Regime verfolgt Menschen, die von der Staatsdoktrin abweichende Meinungen über religiöse Themen äußern, mit dem Vorwurf der “Beleidigung des Islam”, um regimekritische Stimmen zu unterdrücken.
Berichten von Menschenrechtsgruppen zufolge wurde der 21-jährige Iraner Sina Dehghan von der iranischen Justiz alleine wegen der von ihm geäußerten Meinungen zum Tode verurteilt. Nach der Bestätigung des Urteils durch das Oberste Gericht droht ihm nun die Hinrichtung.          
Sina Dehghan wurde am 21. Oktober 2015 von Mitarbeitern des Geheimdienstes der westiranischen Stadt Arak verhaftet. Er war bei seiner Verhaftung 19 Jahre alt und befindet sich seither im Gefängnis von Arak in Haft. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung leistete Dehghan gerade den letzten Teil seines Militärdienstes auf einer Basis in Teheran ab.
Den Berichten zufolge hatten Sina Dehghan sowie Mohammad Nouri, Sahar Elyasi, und eine minderjährige Person die Messenger-App „Line” genutzt, um Inhalte auszutauschen, die nach Meinung der Justiz und des Geheimdienstes eine „Beleidigung des Islam“ darstellten.
Das Teheraner Regime verfolgt Menschen, die von der Staatsdoktrin abweichende Meinungen über religiöse Themen äußern, mit dem Vorwurf der „Beleidigung des Islam“, um regimekritische Stimmen zu unterdrücken.
Ein Strafgericht in Arak hat im Jahre 2015 Sina Dehghan und Mohammad Nouri zum Tode und Sahar Elyasi zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die minderjährige Person hat Berichten zufolge bislang keine Strafe erhalten und wurde gegen Kaution freigelassen.
Ende Januar 2017 hat das Oberste Gericht des Iran die Todesurteile gegen Sina Dehghan und Mohammad Nouri bestätigt und die Haftstrafe gegen Sahar Elyasi auf drei Jahre reduziert. Die drei Personen wurden zusätzlich von einem Revolutionsgericht zu 16 Monaten Haft wegen „Beleidigung des obersten Regimeführers“ verurteilt.
Sina Dehghan wurde Berichten zufolge bei seiner Verhaftung geschlagen. Als er in der Haftanstalt des Geheimdienstes in Arak festgehalten wurde, wurde er mit Misshandlungen und falschen Versprechungen gezwungen, sich mit Geständnissen selbst zu belasten. Seiner Familie wurde angedroht, dass es negative Folgen für den Gefangenen haben würde, wenn sie den Fall öffentlich macht.