Bildungsinternationale fordert Freilassung von Esmail Abdi

24.05. 2017
Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale ruft zum Einsatz für die Freilassung von Esmail Abdi auf. Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft im Iran wird allein wegen seiner friedlichen gewerkschaftlichen Arbeit unrechtmäßig im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten.
Der Mathematiklehrer Esmail Abdi ist seit dem 9. November 2016 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er sich als Vorsitzender der Lehrer-Gewerkschaft für soziale Gerechtigkeit engagiert hat. Zuvor war er bereits fast 12 Monate lang in Haft gewesen. Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale , der Bildungsgewerkschaften aus der ganzen Welt angehören, fordert die sofortige Freilassung von Esmail Abdi und ruft zu weltweiter Solidarität mit dem politischen Gefangenen und anderen im Iran inhaftierten Lehrern auf.
Die Bildungsinternationale hat ihre Sorge über den Gesundheitszustand von Esmail Abdi geäußert, der sich seit dem 30. April im Hungerstreik befindet. Der Gefangene protestiert damit gegen die unfaire und unrechtmäßige Behandlung von Bürgerrechtlern im Iran sowie gegen „die fehlende Unabhängigkeit der Justiz und die Verurteilung von Lehrern und anderen Gewerkschaftsaktivisten aufgrund ihres Einsatzes für Bürgerrechte”.
In einem am 22. April veröffentlichten offenen Brief verurteilt Esmail Abdi die fortwährende Verfolgung von Lehrern unter dem Regime-Präsidenten Rohani: „Jetzt, in der Zeit nach dem Atomabkommen, wo jeder Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Menschen- und Bürgerrechte einfordert, werden uns noch immer gesetzwidrig unsere Rechte vorenthalten. Lehrer und Gewerkschafter sind weiterhin Verhaftungen ausgesetzt und werden nach Schauprozessen von wenigen Minuten, in denen die Urteile schon vorher feststehen, in Gefängnisse eingesperrt. Alle unsere Bürgerrechtsaktivitäten werden ohne rechtliche Grundlage zu Fragen der „Sicherheit” erklärt, was dann als Vorwand dient, um uns ins Gefängnis zu stecken.”
Berichten zufolge ist Esmail Abdi harten Haftbedingungen ausgesetzt. Ihm wird der Kontakt zur Außenwelt verboten, und seine Frau und seine drei Kinder dürfen ihn nicht besuchen. Seine Frau berichtete, dass ihr seit dem 1. März keinerlei Informationen über das Befinden und die Gesundheit ihres Ehemannes gegeben wurden. Sie äußerte große Sorge über die Sicherheit und das Wohlergehen ihres Mannes.
Die Bildungsinternationale verurteilt mit Nachdruck, dass Esmail Abdi wegen seiner Gewerkschaftstätigkeit und seinen Forderungen nach kostenfreier und für alle zugänglicher Bildung verfolgt wird. Der Lehrer-Gewerkschaftsbund ist überzeugt, dass das iranische Regime den Druck auf gewerkschaftlich aktive Lehrer erhöht hat, anstatt sich mit den Forderungen der Lehrer nach unabhängigen Gewerkschaften und sozialer Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.