Des iranische Arzt wird seit über einem Jahr aufgrund haltloser

07. Mai 2017
“Bitte helfen Sie mit, damit mein Mann freigelassen wird!”
Vida Mehrannia, die Ehefrau des Arztes und Dozenten Dr. Ahmadreza Djalali, der seit über einem Jahr aufgrund haltloser Anschuldigungen im Iran in Haft ist, appelliert an die internationale Gemeinschaft, sich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen.

Des iranische Arzt und Dozent Dr. Ahmadreza Djalali wird seit über einem Jahr aufgrund haltloser Anschuldigungen unrechtmäßig im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Der in Schweden lebende Mediziner wurde am 25. April 2016 in der Nähe von Teheran festgenommen. Er wurde unter Drohungen gezwungen, Geständnisse zu unterschreiben, in denen er sich selbst belastet. Ende Januar 2017 musste Ahmadreza Djalali ohne einen Rechtsbeistand vor einem Revolutionsgericht in Teheran erscheinen. Dort erfuhr er, dass er wegen “Spionage für feindliche Staaten” angeklagt sei und ihm die Todesstrafe drohe. Menschenrechtler und Iran-Experten weisen darauf hin, dass das Regime in Teheran diesen Fall als politisches Druckmittel nutzt, so wie es auch bei mehreren anderen Gefangenen mit doppelter Staatsbürgerschaft der Fall ist.

Der 45-jährige Ahmadreza Djalali ist Dozent und Forscher im Bereich der Katastrophenmedizin und hat an europäischen Universitäten gelehrt. Er hat am schwedischen Karolinska-Institut sowie als Dozent an Universitäten in Italien und Belgien gearbeitet.

Seine in Schweden lebende Ehefrau Vida Mehrannia appelliert an die internationale Gemeinschaft, sich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen. Hier Auszüge aus ihrem Hilfsappell:
Hilferuf einer Frau für die Freilassung ihres Ehemannes im Iran

Jeder, der Ahmadreza kennt, weiß, dass er ein freundlicher und mitfühlender Mann ist und Menschen liebt. Er ist ein gewissenhafter und einfühlsamer Arzt, der sich mit ganzer Kraft für die Gesundheit und das Wohlergehen anderer einsetzt. In den Jahren, in denen wir zusammen waren, hat er mich immer unterstützt und war immer ein wunderbarer Vater für unsere Kinder.

Ich war schockiert, als Ahmadreza verhaftet wurde. Ich habe nicht einmal davon erfahren, bis mir seine Familie im Iran vier Tage später davon berichtete. Ich dachte, dass das eine Art Fehler sein musste und dass man ihn bald freilassen würde. Erst nach einem Monat durfte er mich anrufen, nur für zwei Minuten. Ich spürte, dass er unter einem enormen seelischen Druck stand.

In jenen ersten zwei Monaten befand ich mich in einem völligen Schockzustand. Ich habe sehr viel geweint und bin emotional zusammengebrochen. Ich konnte nicht schlafen oder mich auch nur um meine beiden Kinder kümmern.

Selbst jetzt, ein Jahr später, komme ich mit der Trennung von meinem Ehemann noch immer nicht klar. Ich denke in jeder Sekunde an ihn und warte in jedem Moment auf seine Rückkehr.

Mein Sohn ist fünf Jahre alt. Er glaubt, dass sein Vater im Iran ist, um zu arbeiten, und fragt mich ständig, wann sein Vater wieder nach Hause kommt. Wenn er wütend wird, verkriecht er sich in eine Ecke und fragt nach seinem Vater. Meine Tochter ist 14 Jahre alt und hatte immer eine sehr enge Beziehung zu Ahmadreza. Er hat sie immer morgens zur Schule gebracht, aber im letzten Jahr ist sie alleine zur Schule und zurück gegangen. An ihrem 14. Geburtstag war sie am Boden zerstört, weil ihr Vater nicht bei ihr war. Sie weiß, dass er im Gefängnis ist, und macht sich große Sorgen um ihn.
Ahmadrezas Verhaftung war eine Folge von falschen Beschuldigungen durch den iranischen Geheimdienst. Ahmadrezas Arbeit als Arzt für Katastrophenmedizin, seine Studien und seine Lehrtätigkeit in Europa sowie sein Aufenthalt in Schweden wurden vom iranischen Sicherheitsapparat genutzt, um ihm vorzuwerfen, dass er ein Spion sei und gegen die nationale Sicherheit des Iran gehandelt habe. Diese Anschuldigungen sind Erfindungen des iranischen Sicherheitsapparats.

Nach seiner Verhaftung wurde Ahmadreza sieben Monate lang jeder Zugang zu einem Anwalt verweigert. Die staatlichen Stellen haben ihm vorgeworfen, ein Spion zu sein, aber nie einem Anwalt erlaubt, seinen Fall zu überprüfen, um eine Verteidigung vorzubereiten. Alle drei von ihm beauftragten Anwälte wurden vom Gericht nicht zugelassen. Nun muss er noch einen anderen Anwalt finden oder es wird eine Zwangsverteidigung für ihn bestellt.

Ahmadreza hat im Dezember 2016 einen Hungerstreik begonnen, als Vernehmungsbeamte ihm mit der Todesstrafe drohten, wenn er sich weigere, ein „Geständnis“ zu unterschreiben, in dem er sich selbst der Spionage für eine „feindliche Regierung“ bezichtigen sollte. Während seines Hungerstreiks fiel es mir schwer etwas zu essen, weil ich ständig an ihn denken musste und mir Sorgen machte, dass er gesundheitlich zusammenbrechen würde. Meine Tochter war ganz außer sich vor Angst darüber, was ihm passieren würde.