Sorge um der inhaftierten britischen Stiftungsmitarbeiterin Nazanin Zaghari

01. 03. 2017

Obwohl ihr Gesundheitszustand sich verschlechtert, wird der politischen Gefangenen Nazanin Zaghari-Ratcliffe die notwendige medizinische Behandlung verweigert. Sie wurde im Iran aufgrund konstruierter Anklagen inhaftiert und zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Der Gesundheitszustand der im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftierten britischen Stiftungsmitarbeiterin Nazanin Zaghari-Ratcliffe verschlechtert sich weiter. Wie Amnesty International berichtet, hat die politische Gefangene starke Nacken-, Arm- und Rückenschmerzen und kann die Arme kaum bewegen. Bis zum 19. Februar wurde ihr ein Facharztbesuch verweigert, dann wurde sie schließlich in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses gebracht. Die Neurologin dort fand eine sofortige stationäre Behandlung zur Durchführung von Tests und zur Behandlung unbedingt erforderlich. Ohne die seien ein bleibender Schaden ihres rechten Arms und ihrer rechten Hand nicht auszuschließen. Dennoch wurde sie noch am selben Tag ins Gefängnis zurückgebracht.

Amnesty International fordert, dass Nazanin Zaghari-Ratcliffe sofort und bedingungslos freigelassen wird und dass ihr eine fachärztliche Behandlung außerhalb des Gefängnisses erlaubt wird.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe, britische Staatsbürgerin iranischer Herkunft, ist seit April 2016 im Iran in Haft. Im September 2016 wurde sie nach einem unfairen Gerichtsverfahren vor dem Revolutionsgericht in Teheran zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil wurde am 22. Januar 2017 von der Willkürjustiz im Iran bestätigt. Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist Projektleiterin der Thomson Reuters Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung zur Förderung von unabhängigem Journalismus und Rechtsstaatlichkeit.

Die Stiftungsmitarbeiterin wurde aufgrund konstruierter Anklagen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die iranische Justiz wirft ihr vor, an „Umsturzversuchen“ gegen das Regime im Iran beteiligt gewesen zu sein. Menschenrechtler und Iran-Experten bezeichnen diese Vorwürfe als absurd. Das Regime in Teheran nutze solche Fälle als politisches Druckmittel – so wie es schon bei zahlreichen anderen Gefangenen mit doppelter Staatsbürgerschaft gemacht wurde.

Richard Ratcliffe, der Ehemann der inhaftierten Nazanin Zaghari-Ratcliffe, setzt sich mit einer internationalen Kampagne für die Freilassung seiner Frau ein, hier bei einer Mahnwache vor der iranischen Botschaft in London.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe befand sich mit ihrer 22 Monate alten Tochter Gabriella nach einem Besuch bei ihrer Familie in Teheran auf der Rückreise nach London, als sie Anfang April 2016 festgenommen wurde. Der Reisepass ihrer Tochter, die britische Staatsbürgerin ist, wurde von den Behörden konfisziert. Damit darf die Tochter, die nun in der Obhut der Großeltern in Teheran ist, nicht zu ihrem in London lebenden Vater ausreisen.

Die Thomson-Reuters-Stiftung, die weltweit Journalisten ausbildet, bezeichnete die Vorwürfe gegen ihre Mitarbeiterin als haltlos. Auch der Ehemann der Angeklagten erklärte, die Vorwürfe seien “komplett absurd”. Seine Frau habe mit der gemeinsamen Tochter nur ihre Familie in Iran besuchen wollen. Seinen Angaben zufolge befand sich seine Frau 45 Tage lang in Isolationshaft.