Iran: Gefangene erneut in Einzelhaft verlegt

28.03.2017
Berichten zufolge haben Gefängniswärterinnen im Kerman Zentralgefängnis am 25. März Afsaneh Bayazidi in Einzelhaft verlegt, wo die kurdische Frau nach einer Entscheidung der Gefängnisleitung für 15 Tage bleiben soll.

Eine informierte Quelle aus dem Gefängnis bestätigte gegenüber einer kurdischen Nachrichtenagentur, dass Afsaneh Bayazidi im Zentralgefängnis von Kernman „befragt und verhört“ wurde, nachdem sie einen Brief an den obersten geistlichen Führer Ali Chamenei geschrieben hatte, der nicht veröffentlicht wurde.

Der Brief wurde über die Wärter an Sicherheitsagenten weiter geleitet und danach soll Afsaneh Bayazidi laut des Berichtes von ihnen zusammen geschlagen worden sein.

In ihrem Brief beklagt Afsaneh Bayazidi „Angriffe, Schikanen und brutale Folter“ von Gefängnismitarbeitern in den iranischen Gefängnissen und macht Chamenei für diese Lage verantwortlich.

Direkt an Chamenei gerichtet schreibt sie in einem Teil des Briefes:“ Als jemand, der sich als der Vertreter von Gott auf der Erde sieht, haben sie das iranische Volk seit 38 Jahren als Spielzeug, Folterobjekt und Hinrichtungsmasse betrachtet und sie im Namen ihrer falschen Religion zu langen Haftstrafen verurteilt.“

„Ich werde nie vergessen, was ich und andere Gefangene in diesen Gefängnissen erlebt haben, aber der Tag wird kommen, wo Menschen wie ich sie und ihre Komplizen vor ein kompetentes Gericht bringen werden.“, ergänzte sie.

Die zu vier Jahren Haft verurteilte Afsaneh Bayazidi schrieb bereits im September letzten Jahres einen Brief, in dem sie auf das Leid und Elend ihrer Haft im Zentralgefängnis von Kerman hinwies.

Afsaneh Bayazidi wurde zum ersten Mal im November 2013 zusammen mit ihrem Bruder verhaftet und wegen „Kooperation mit einer kurdischen Oppositionsgruppe“ angeklagt. Sie kamen damals nach einer Zahlung einer 100 Millionen Tomans Kaution frei.