Willkür-Urteil gegen britische Stiftungsmitarbeiterin bestätigt

25.01.2017

Nazanin Zaghari-Ratcliffe wurde im Iran aufgrund konstruierter Anklagen inhaftiert und verurteilt. Die iranische Justiz wirft ihr vor, an “Umsturzversuchen” gegen das Regime im Iran beteiligt gewesen zu sein. Menschenrechtler und Iran-Experten bezeichnen diese Vorwürfe als absurd. Das Regime in Teheran nutze solche Fälle als politisches Druckmittel.

Ein Teheraner Gericht hat die Verurteilung der britischen Stiftungsmitarbeiterin Nazanin Zaghari-Ratcliffe  zu fünf Jahren Haft am 22. Januar bestätigt. Damit schwinden die Hoffnungen auf die baldige Freilassung der britischen Staatsbürgerin iranischer Herkunft. Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist Projektleiterin der Thomson Reuters Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung zur Förderung von unabhängigem Journalismus und Rechtsstaatlichkeit. Sie ist seit April 2016 im Iran in Haft.

Die Stiftungsmitarbeiterin wurde aufgrund konstruierter Anklagen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die iranische Justiz wirft ihr vor, an „Umsturzversuchen“ gegen das Regime im Iran beteiligt gewesen zu sein. Menschenrechtler und Iran-Experten bezeichnen diese Vorwürfe als absurd. Das Regime in Teheran nutze solche Fälle als politisches Druckmittel – so wie es schon bei zahlreichen anderen Gefangenen mit doppelter Staatsbürgerschaft gemacht wurde.

Richard Ratcliffe, der Ehemann der inhaftierten Nazanin Zaghari-Ratcliffe, setzt sich mit einer internationalen Kampagne für die Freilassung seiner Frau ein, hier bei einer Mahnwache vor der iranischen Botschaft in London.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe befand sich mit ihrer 22 Monate alten Tochter Gabriella nach einem Besuch bei ihrer Familie in Teheran auf der Rückreise nach London, als sie Anfang April 2016 festgenommen wurde. Der Reisepass ihrer Tochter, die britische Staatsbürgerin ist, wurde von den Behörden konfisziert. Damit darf die Tochter, die nun in der Obhut der Großeltern in Teheran ist, nicht zu ihrem in London lebenden Vater ausreisen.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe wird im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Das iranische Regime erlaubt keine Besuche von Angehörigen des britischen

Konsulats bei der Gefangenen.    

Die Thomson-Reuters-Stiftung, die weltweit Journalisten ausbildet, bezeichnete die Vorwürfe gegen ihre Mitarbeiterin als haltlos: “Sie hat bei ihrer Arbeit nichts mit Iran zu tun”, sagte die Stiftungsvorsitzende Monique Villa bereits in der vergangenen Woche.

Auch der Ehemann der Angeklagten erklärte, die Vorwürfe seien “komplett absurd”. Seine Frau habe mit der gemeinsamen Tochter nur ihre Familie in Iran besuchen wollen. Seinen Angaben zufolge befand sich seine Frau 45 Tage lang in Isolationshaft.