Inhaftiertem Wissenschaftler droht die Todesstrafe!!!

30.03.2017
Des iranische Arzt und Dozent Dr. Ahmadreza Djalali wird seit fast einem Jahr aufgrund haltloser Anschuldigungen unrechtmäßig im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Ihm wurde die Todesstrafe angedroht.
Menschenrechtsgruppen und internationale Organisationen von Medizinern und Wissenschaftlern fordern die Freilassung des iranischen Arztes und Dozenten Dr. Ahmadreza Djalali , der seit fast einem Jahr im Iran unrechtmäßig inhaftiert ist. Der in Schweden lebende Mediziner wird aufgrund haltloser Anschuldigungen im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten und wurde unter Drohungen gezwungen, Geständnisse zu unterschreiben, in denen er sich selbst belastet. Nun droht ihm die Todesstrafe.
Der 45-jährige Ahmadreza Djalali ist Dozent und Forscher im Bereich der Katastrophenmedizin und hat an europäischen Universitäten gelehrt. Er hat am schwedischen Karolinska-Institut sowie als Dozent an Universitäten in Italien und Belgien gearbeitet.
Im April 2016 reiste der Wissenschaftler auf Einladung der Universität Teheran und der Universität Shiraz in den Iran, um an Workshops zu Katastrophenmedizin teilzunehmen. Am 25. April 2016 wurde er in der Nähe von Teheran festgenommen. Er wurde dann sieben Monate lang in der Abteilung 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses, die dem Geheimdienst untersteht, festgehalten, drei davon in Einzelhaft.
Berichten von Menschenrechtsgruppen zufolge wurde Ahmadreza Djalali in dieser Zeit intensiven Verhören unterzogen und gezwungen, Geständnisse, in denen er sich selbst belastete, zu unterschreiben. Trotz wiederholter Verhöre durfte er sieben Monate lang keine Besuche seines Rechtsbeistands erhalten. Danach wurde ihm unregelmäßiger Kontakt zu zwei Rechtsbeiständen erlaubt. Dieser Kontakt wurde Anfang Februar 2017 jedoch wieder untersagt.
Am 31. Januar 2017 mußte Ahmadreza Djalali vor einem Revolutionsgericht in Teheran erscheinen, ohne dass sein Rechtsbeistand anwesend war. Dort erfuhr er, dass er wegen “Spionage für feindliche Staaten” angeklagt sei und ihm die Todesstrafe drohe.
Ahmadreza Djalalis Gesundheitszustand hat sich in der Haft erheblich verschlechtert und wird zusätzlich durch die zahlreichen Hungerstreiks belastet, die er durchgeführt hat. Er hat seit Beginn der Haft etwa 20 kg an Gewicht verloren. Er ist bereits zwei Mal zusammengebrochen, sein Blutdruck fällt immer wieder ab und er hat Nierenschmerzen.
Mit seinen Hungerstreiks protestiert der Gefangene gegen seine anhaltende Inhaftierung und die Weigerung der Behörden, ihm Zugang zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl zu gewähren. Er hat gesagt, er wolle lieber im Hungerstreik sterben, als aufgrund haltloser Anschuldigungen verurteilt zu werden.