Musiker und Kameramann im Evin-Gefängnis in kritischer Verfassung!

Weil er keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen bekommt, verliert der in der Haft befindliche Musiker Mehdi Rajabian jetzt seine Fähigkeit zum Gehen. Vor einigen Monaten wurde bei ihm Multiple Sklerose diagnostiziert.
Aufgrund der Warnungen seines Arztes haben seine Angehörigen die Verwaltung im Evin Gefängnis vom ersten Tag an, als er dort eingeliefert wurde, darüber informiert, dass seine MS offen ausbräche und dass sein Leben in Gefahr sein würde, wenn er nicht die notwendige medizinische Behandlung bekäme.

Jetzt sind es drei Monate her, dass seine Krankheit bestätigt wurde. Er verbringt den 319. Tag seines unfairen Urteils im Gefängnis. Seine physische Widerstandskraft hat sich so weit verschlechtert, dass er die Fähigkeit zum Gehen verloren hat.
Wegen seiner künstlerischen Aktivitäten wird Rajabian seit Mai 2016 im Gefängnis gehalten. Jetzt ist er für lange Zeit in den Hungerstreik getreten, um dagegen zu protestieren, dass ihm die Entlassung wegen Krankheit verweigert wird.
Durch seinen Hungerstreik hat sich sein Gesundheitszustand verschlechtert und er ist in sehr kritischer Verfassung. Der Gefängnisarzt hat jetzt seine Krankheit bestätigt, aber das hatte keine Auswirkungen auf die Art, wie er im Gefängnis behandelt wird.
Seine Krankheit wurde auch von der medizinischen Kommission bestätigt, aber die Offiziere (von den Revolutionsgarden), die für seinen Fall verantwortlich sind, verhindern immer noch, dass er medizinisch behandelt oder entlassen wird.
Auch der Bruder des Künstlers, Hossein Rajabian, wird im Evin Gefängnis festgehalten. Wie seinem Bruder wird auch ihm medizinische Behandlung verweigert, obwohl er Nierenprobleme hat.
In einem Prozess im Zweig 28 des sogenannten Revolutionsgerichts in Teheran, bei dem Richter Mohammad Mogiseh den Vorsitz hatte, wurden Mehdi und Hossein beide zu sechs Jahren Gefängnis wegen ‚Propaganda gegen das Regime‘ verurteilt. Am 5. Juni 2016 wurden sie ins Evin Gefängnis gebracht, um ihre Strafe anzutreten.
Später wurde ihr Urteil vom Zweig 54 des gleichen Gerichts in drei Jahre Gefängnis und eine Frist von drei Jahren Bewährung sowie eine Geldstrafe von 20 Millionen Toman umgewandelt und an die Vollzugsbehörde des Gefängnisses gesandt zur Umsetzung.
Beide hatten keinen Zugang zu einem Anwalt bei ihrem Prozess, der außerdem nur eine Viertelstunde dauerte. Eine informierte Quelle sagte dazu aus: „Sie hatten bei der Vernehmung keinen Anwalt, auch nicht später vor Gericht. Ihnen wurde gesagt, die Besonderheit ihres Falls erfordere es, dass sie selbst Erklärungen geben“.