Gefangene Autorin im Iran vorläufig freigelassen

  1. 01. 2017

Im Iran und weltweit haben sich Menschenrechtler für die junge Autorin Golrokh Ebrahimi Iraee eingesetzt. Ihr Ehemann, der Menschenrechtsaktivist Arash Sadeghi, der im Evin-Gefängnis eine Haftstrafe von 15 Jahren verbüßt, hat mit einem über 70-tägigen Hungerstreik gegen die Gefangennahme seiner Frau protestiert.   

Golrokh Ebrahimi Iraee und ihr Ehemann Arash Sadeghi werden im Iran wegen ihres Einsatzes für die Menschenrechte verfolgt.

Die Menschenrechtsaktivistin und Autorin Golrokh Ebrahimi Iraee, die seit Ende Oktober 2016 im Teheraner Evin-Gefangnis inhaftiert war, wurde am 3. Januar vorläufig gegen Kaution aus der Haft entlassen. Sie war inhaftiert worden, weil sie eine unveröffentlichte Geschichte geschrieben hat, in der sie die grauenvolle Praxis der Steinigungen kritisiert.

 

Zu ihrer Freilassung hat beigetragen, dass Menschenrechtler sich im Iran und weltweit für die junge Autorin eingesetzt haben. Ihr Ehemann, der Menschenrechtsaktivist Arash Sadeghi, der gegenwärtig im Evin-Gefängnis eine Haftstrafe von 15 Jahren verbüßt, hat mit einem über 70-tägigen Hungerstreik gegen die Gegangennahme seiner Frau protestiert. Hunderttausende Iraner unterstützten seinen Einsatz im Internet, und vor dem Evin-Gefängnis protestierten Menschenrechtsaktivisten für die Freilassung des Ehepaares.

Arash Sadeghi wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er Berichte über die Menschenrechtsverletzungen im Iran ins Ausland geschickt hat. In den vergangenen Jahren wurde er immer wieder von Regimepolizisten schikaniert und festgenommen. Seine Mutter starb 2009, als Revolutionsgardisten die Wohnung stürmten und sie im Schock einen Schlaganfall erlitt.

Nachdem seine Frau Golrokh Ebrahimi Iraee inhaftiert worden war, trat Arash Sadeghi in einen Hungerstreik, um für ihre Freilassung zu protestieren. Ab dem 24. Oktober 2016 verweigerte er die Nahrungsaufnahme. Amnesty International berichtete am 30. November, dass Arash Sadeghi „an Herzrasen und Atemprobleme leidet, sein Blutdruck wiederholt extrem abfällt, er Magen-, Darm und Nierenprobleme hat und er nicht mehr deutlich sprechen kann“. Seine Ehefrau durfte ihn Anfang Dezember kurz besuchen und berichtete, dass er 18 Kilogramm verloren habe und nur noch gestützt von einem Wächter gehen konnte.

Sein Fall hat die Menschen im Iran bewegt: In einer Twitterkampagne engagierten sich Hunderttausende für ihn, das Hashtag #SaveArash schaffte es sogar auf Platz eins der weltweiten Twitter-Trends. Vor dem Evin-Gefängnis versammelten sich Verwandte, Mitstreiter und Sympathisanten, Berichten zufolge sollen zeitweise bis zu 800 Menschen vor dem berüchtigten Gefängnis demonstriert und damit ihre eigene Sicherheit riskiert haben. Sie forderten die Freilassung von Arash Sadeghi, seiner Ehefrau und allen weiteren politischen Gefangenen.

  

Als Golrokh Ebrahimi Iraee vorläufig freigelassen wurde, hat Arash Sadeghi seinen Hungerstreik beendet. Amnesty international ist besorgt über seinen Gesundheitszustand und die Weigerung der Gefängnisverantwortlichen, ihm die notwendige medizinische Versorgung zukommen zu lassen.