Christen leiden unter zunehmender Verfolgung

  1. 01. 2017

Zur verheerenden Menschenrechtsbilanz des islamistischen Regimes im Iran gehört eine zunehmende und stärker organisierte  Unterdrückung der Christen im Land. Im Jahre 2016 ist die Anzahl organisierter, staatlich geförderter christenfeindlicher Kampagnen im Iran erheblich angestiegen.

Berichten von Menschenrechtlern und christlichen Hilfswerken zufolge hat sich die Menschenrechtslage der iranischen Christen im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Zur verheerenden Menschenrechtsbilanz des islamistischen Regimes im Iran gehört eine zunehmende und stärker organisierte Unterdrückung der Christen im Land.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beinhaltet die Meinungs-, Rede- und Religionsfreiheit als grundlegende Rechte, auf die jeder Mensch einen Anspruch hat. Im Iran jedoch sind ethnische Minderheiten, politische Dissidenten, Journalisten, Aktivisten für soziale und Bürgerrechte und religiöse Minderheiten schwersten Verletzungen ihrer Menschenrechte ausgesetzt.

Berichten zufolge sind gegenwärtig mindestens 92 Iranerinnen und Iraner wegen ihres Übertritts zum christlichen Glauben in Haft und erwarten mit Ungewissheit ihr Gerichtsverfahren. Dies sind lediglich die bekannt gewordenen Fälle, während die tatsächliche Zahl der Christen, die im Iran wegen ihres Glaubens in Haft sind, erheblich höher ist. Im vergangenen Jahr wurden im Iran Dutzende Hauskirchen geschlossen. Ihre Mitglieder wurden verhört, schikaniert und haben ihre Arbeitsstelle aus Glaubensgründen verloren. Wegen der zunehmenden Verfolgung waren zahlreiche Christen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Zu den christlichen Gefangenen im Iran gehört die Musiklehrerin Maryam Naghash-Zargaran, die seit  2013 in Haft ist, weil sie zum Christentum übergetreten ist und sich zusammen mit anderen Christen im Nordiran um den Aufbau eines Waisenhauses bemühte. Trotz einer Herzerkrankung wird ihr eine vorzeitige Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen verweigert.

Besorgniserregend ist auch, dass im Jahre 2016 die Anzahl organisierter, staatlich geförderter christenfeindlicher Kampagnen im Iran erheblich angestiegen ist. Hier Beispiele:

Im Verlauf der christenfeindlichen Kampagne haben staatliche Medien rufschädigende Berichte über bekannte Vertreter christlicher Gemeinden verbreitet, um der schnellen Ausbreitung des Christentums im Land entgegenzuwirken. Der iranische Geheimdienst spielte eine bedeutende Rolle bei dieser Kampagne, mit der  einflussreiche iranische Christen unter Verwendung von gefälschten Beweisen als moralisch und finanziell korrupt diffamiert wurden.                                                                     

Im Bereich der Publikationen hat das islamistische Regime stark in Bücher investiert, die ein realitätsfremdes Bild des Christentums präsentieren. Es wurde versucht, die Veröffentlichung der Bibel und von Büchern christlicher Autoren durch Verfolgungs- und Repressionsmaßnahmen zu verhindern. Gleichzeitig wurde die Veröffentlichung bestimmter Bücher ohne wissenschaftlichen Wert bezuschusst und gefördert, die ganz darauf zielen, ein falsches Bild des Christentums zu verbreiten.

Verhaftung von Christen mit doppelter Staatsbürgerschaft

Zur christenfeindlichen Kampagne gehörte im Jahre 2016 auch die Verhaftung von christlichen Ausländern und Iranern mit doppelter Staatsbürgerschaft, die in den Iran reisten. Das Regime hat diese verhafteten Personen als Druckmittel bei internationalen Verhandlungen eingesetzt.

Diese christenfeindlichen Kampagnen wurden unter dem Regime-Präsidenten Hassan Rouhani organisiert und umgesetzt, der vorgegeben hatten, die Lage der religiösen und ethnischen Minderheiten verbessern zu wollen.